Nachgefragt bei Steffen Klett

Interview mit Steffen Klett, Trainer der Hexabanner

Männer 1 Trainer Steffen Klett hat seinen Vertrag frühzeitig um ein weiters Jahr Verlängert. Beide Seiten wissen sich zu schätzen und so war die Ver-längerung reine Form-sache. Wir haben Steffen Klett im Interview.

Hallo Steffen, du hast nach Ges-prächen mit dem sportlichen Leiter Marcel Rieger deinen Vertrag um eine weitere Saison verlängert und wirst dann bereits in dein drittes Trainerjahr gehen. Wieviel Überzeugungsarbeit musste Marcel leisten? Welche Punkte waren für dich für das „Paket“ TSV Wolfschlugen ausschlaggebend?
Eigentlich keine. Ich fühle mich seit dem ersten Tag sehr wohl, habe hier sehr gute Bedingungen und tolle Leute um mich herum. Daher hat das Gespräch mit Marcel auch keine fünf Minuten gedauert.

Da du deinen Vertrag schon frühzeitig verlängert hast, ist die Bahn für die Planung der kommenden Saison auch schon sehr früh frei. Gibt es da schon erste Gedankenspiele bezüglich der neuen Saison oder stehen da die Gespräche erst noch an?
Wir wollten in diesem Jahr bewusst sehr früh die Weichen für die komm-ende Saison stellen und sind daher bereits Anfang November in den Austausch mit den Jungs gegangen. Die Rückmeldungen in den Einzel-gesprächen waren sehr positiv, sodass wir bereits einige Zusagen für die Saison 23/24 haben. Grundsätzlich ist das ein sehr gutes Zeichen und gibt uns zu diesem frühen Zeitpunkt natürlich eine große Planungs-sicherheit.

Nach dem Aufstieg aus der Württembergliga in die Baden-Württemberg Oberliga gab es eine hohe Fluktuation im Kader. Wie würdest du persönlich, Stand jetzt, die Entwicklung der Mannschaft beschreiben seit sie in der aktu-ellen Konstellation zusammen ist?
Natürlich hat man gemerkt, dass in der Mannschaft ein Umbruch stattgefunden hat. Nicht nur hand-ballerisch, sondern auch zwischen-menschlich muss sich eine Mann-schaft dahingehend erst einmal finden. Es braucht einfach auch etwas Zeit, bis sich eine gewisse Hierarchie herauskristallisiert. Mittlerweile habe ich aber das Gefühl, dass wir uns gefunden haben und uns gegenseitig als Team verstehen und respektieren. Für die kommende Saison wäre es natürlich wünschenswert, die personelle Fluktuation so gering wie möglich zu halten. Wie bereits gesagt, sind wir hier auf einem guten Weg.

Kommen wir noch zur aktuellen sportlichen Situation. Nach zwischenzeitlich drei Siegen in Folge gab es zuletzt wieder vier Niederlagen in Serie. Vor allem die Niederlage gegen den direkten Abstiegskonkurrenten TV Weilstetten tat besonders weh. Nun stehen in den nächsten beiden Spielen, mit Knielingen heute und Konstanz 2 am nächsten Wochenende, wieder Spiele gegen direkte Konkurrenten an. Sind da zwei Siege deiner Meinung nach Pflicht um den An-schluss auf Platz 12 erstmal nicht zu verlieren?
Die Niederlage gegen Weilstetten tat natürlich weh – keine Frage. Aller-dings hat dieses Spiel auch gezeigt, dass gerade die Spiele gegen direkte Konkurrenten kein bisschen einfacher sind – im Gegenteil. Auch Knielingen und Konstanz haben in einzelnen Spielen eindrucksvoll bewiesen, dass sie einen Anspruch darauf haben in dieser Liga zu bleiben. Um den Anschluss nicht zu verlieren ist es natürlich unser Ziel, diese beiden Spiele zu gewinnen. Allerdings haben diese sogenannten 4-Punkte-Spiele immer eine besondere Brisanz in denen auch die mentale Komponente eine große Rolle spielt. Bei unseren Siegen gegen Altenheim und Steiß-lingen haben wir jedoch bewiesen, dass wir in solchen Spielen liefern können.

Mit 347 Gegentoren haben wir aktuell die drittmeisten Gegentore in der Liga. Viel dazu beigetragen haben sicherlich die letzten drei Spiele mit 39, 33 und 44 Gegentreffern. Ist die Abwehr momentan der Knackpunkt? Zumal man bei allen drei Spielen auch immer knapp dran war und sich der Angriff absolut BWOL tauglich zeigt. Denn mit 334 geworfenen Toren befindet man sich unter den ersten sechs der Liga und das als 15. der Tabelle.
Auf den ersten Blick erscheint die Anzahl der Gegentore natürlich sehr hoch und somit die Abwehr als Knackpunkt für die Niederlagen in diesen Spielen. Grundsätzlich ist es immer hilfreich, so wenig Gegentore zu bekommen wie möglich. Aller-dings bekommen wir beispielsweise in den ersten beiden Saisonspielen 26 bzw. 27 Gegentore und gehen beide Mal trotzdem als Verlierer vom Platz. Es muss in erster Linie darum gehen, ein Tor mehr zu erzielen als der Ge-gner. Ich gewinnen lieber 39:38 als dass ich 20:21 verliere. 39, 33 und 44 Gegentore in den letzten Spielen liest sich natürlich viel. Allerdings muss man in einer Analyse miteinbeziehen, dass wir aufgrund des hohen Spiel-tempos eine viel höhere Anzahl an Angriffen haben und dadurch auch der Gegner öfters angreift. In Großsachsen hatten wir beispiels-weise 76 Angriffe – zum Vergleich, in der Bundesliga werden Durch-schnittlich 49 Angriffe gespielt. Trotzdem wollen und müssen wir uns weiterhin verbessern und die Anzahl der Gegentore senken. In erster Linie müssen wir hierfür jedoch die Anzahl der technischen Fehler im Angriffs-spiel (19 gegen Großsachsen) deutlich reduzieren. Die hohe Anzahl der daraus entstehenden Gegenstöße für den Gegner hat uns in den letzten Spielen besonders wehgetan.

Danke Steffen!

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